Einblicke

Kreativspeicher M28

Arbeitsflächen dort, wo einst Kaffee, Kakao, Tabak oder Kautschuk lagerten: Im Herzen der historischen Speicherstadt vermieten wir auf sieben Böden Atelierflächen, Werkstätten und Ausstellungsräume an Hamburger Kreativschaffende.
Das Belegungskonzept des Kreativspeichers ist geprägt von einem Virtual-Reality-Schwerpunkt
Mit dem überzeugenden Konzept eines Virtual Reality Headquarters sicherte sich der Zusammenschluss von SpiceVR/Spherie mit den Start-ups Noys VR und VR-Nerds drei Böden im Speicher
Arbeitsflächen dort, wo einst Kaffee, Kakao, Tabak oder Kautschuk lagerten: Im Herzen der historischen Speicherstadt vermieten wir auf sieben Böden Atelierflächen, Werkstätten und Ausstellungsräume an Hamburger Kreativschaffende.Arbeitsflächen dort, wo einst Kaffee, Kakao, Tabak oder Kautschuk lagerten: Im Herzen der historischen Speicherstadt vermieten wir auf sieben Böden Atelierflächen, Werkstätten und Ausstellungsräume an Hamburger Kreativschaffende.

Von Nähe profitieren

Die Attraktivität eines Standorts wird maßgeblich durch die Diversität des kulturellen Angebotes beeinflusst – eine florierende Kreativwirtschaft steigert die Lebensqualität der Einwohner/innen und wirkt sich positiv auf das Stadtimage aus. In Zeiten, in denen harte Standortfaktoren in großen Teilen Europas weit entwickelt sind, avanciert ein kreatives Umfeld für Unternehmen und Fachkräfte zunehmend zu einem maßgeblichen Kriterium bei der Wahl von Firmensitz und Lebensmittel-punkt. So scheint es nur logisch, dass in der zeitgenössischen Stadtentwicklung der Implementierung von Flächen zur explizit kreativwirtschaftlichen Nutzung ein zunehmend hoher Stellenwert beigemessen wird. Die Hamburg Kreativ Gesellschaft behält die städtischen Entwicklungsprozesse im Auge und setzte sich im Rahmen dieser für die Interessen ihrer Klientel ein.

„Die Raumbedarfe der Kreativen sind mitunter sehr besonders und können auf dem Immobilienmarkt nicht zufriedenstellend gelöst werden.“ 

Katja Wolframm, Immobilienmanagement Hamburg Kreativ Gesellschaft

Kreativwirtschaftlich Tätige stellen häufig spezielle Anforderungen an Arbeitsräume, während ihnen in vielen Fällen nur begrenzte finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Kreativschaffenden ihren besonderen Bedarfen entsprechende Flächen bereitzustellen und zu vermitteln. Bei der Suche und Erschließung passender Objekte kooperieren wir mit einer Vielzahl von Partnern aus dem öffentlichen sowie dem privaten Immobiliensektor. Dabei agieren wir als Intermediär zwischen den vermietenden und den mietenden Parteien und deren jeweiligen Bedürfnissen – so auch geschehen im Fall des Speicherblocks M28 am Sandtorkai, dessen Umbau, Sanierung und Bereitstellung durch die städtische Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) die erste Umsetzungsstufe einer zu Beginn des letzten Jahrzehnts beschlossenen Maßnahme zur Schaffung von Kreativräumen in der Speicherstadt darstellte.

„Im Kreativhub konnten wir andere Firmen kennenlernen, mit denen wir sonst keine Berührungspunkte hätten.“

Juliana Holtzheimer, Co-Founderin JAN ’N JUNE

Im Zuge der Erstellung des Masterplans für die Entwicklung der historischen Speicherstadt entschied der Hamburger Senat 2012, im Areal mittelfristig rund 10.000 m² Arbeits- und Ausstellungsfläche für Kreative zu schaffen, um das Quartier und seine Nutzungsweise zu beleben. Die Belegung der Flächen mit offener Raumstruktur erfolgte im Rahmen eines 2017 durchgeführten Interessenbekundungsverfahrens. Als Hauptmieterin war es an uns, das Angebot in der städtischen Kreativszene möglichst weit und breit zu streuen, um im Anschluss gemeinsam mit der HHLA, der Behörde für Kultur und Medien und unter Mitwirkung des Ateliers für die Kunst e.V. die Nutzer/innenauswahl zu treffen. Im Mittelpunkt der Überlegungen stand die Frage: Welche Zusammenstellung von Mieter/innen würde das kulturelle und kreativwirtschaftliche Angebot Hamburgs und insbesondere der Speicherstadt besonders bereichern? Die einzelnen Nutzungsweisen sollten dabei einerseits in ihrer Gesamtheit einem möglichst breiten Publikum zugutekommen und andererseits zum Profil des Hauses passen, ohne dass ein zu homogenes Gesamtbild entsteht.

Das Belegungskonzept des Kreativspeichers ist geprägt von einem Virtual-Reality-SchwerpunktDas Belegungskonzept des Kreativspeichers ist geprägt von einem Virtual-Reality-Schwerpunkt

Bewerben konnten sich Unternehmen, Einzelpersonen und Zusammenschlüsse von Interessent/innen,  wobei die Vergabe der sieben 485 bis 630 m2 umfassenden Böden ausschließlich etagenweise erfolgte. Bedingung für die Zulassung zum Auswahlverfahren waren die Wahrung des Denkmalschutzes sowie die Aussicht auf eine ausreichende Liquidität zur Leistung der Mietzahlungen.

„Im M28 haben wir deutschlandweit die größte Fläche und Dichte im Bereich VR. So können wir den technischen wie auch kreativen Prozess abdecken. Wir sind Vorreiter in diesem Bereich und damit auch Katalysator für die Kreativszene.“   

Prof. Dr. Roland Greule, HAW Hamburg

Das auf Basis der Bewerbungslage erstellte Belegungskonzept des Kreativspeichers ist geprägt von einem Virtual-Reality-Schwerpunkt. Auf insgesamt drei der sieben Böden entstand mit dem Virtual Reality Headquarter (VRHQ) ein europaweit einzigartiges Projekt, das das Experimentieren mit, das Forschen an und den Austausch über Virtual und Augmented Reality ermöglicht.

Im VRHQ erschließen die vier Hamburger Start-ups Noys VR, SpiceVR, Spherie und VR-Nerds gemein-sam mit Expert/innen unterschiedlicher Wirtschaftscluster Anwendungsgebiete für diese innovativen Technologien. Komplementiert wurde der visionäre Zusammenschluss 2019 durch den Einzug des Forschungs- und Transferzentrums Digital Reality der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Hier entwickeln Studierende sowie Absolvent/innen diverser Disziplinen VR-, AR- oder Mixed-Reality-Applikationen für verschiedenste Anwendungsbereiche.

„Gestandene Unternehmen und Agenturen kommen zu uns, um sich mit dem Thema VR auseinander zu setzen und sich schulen zu lassen. Genau das war unsere Intention und ich denke, dass wir so Hamburg dazu verhelfen, weiterhin am Puls der Zeit, ganz vorne mit dabei zu sein.“ 

Andreas Raabe, Business Director SpiceVR

Das VRHQ versteht sich als ein über Deutschlands Grenzen hinaus strahlender VR-Leuchtturm. Es fungiert als Hotspot für Forschung und Wirtschaft sowie perspektivisch als Touristenmagnet, der VR-Technologie publikumswirksam einer breiten Öffentlichkeit zugänglich machen soll. Die Hausgemeinschaft des Kreativspeichers wird ergänzt durch bildende Künstler/innen, Musiker/innen, Kreativstudios und ein Modelabel. Sie alle profitieren in ihrer Arbeit von Arbeit von der unmittelbaren örtlichen Nähe zu diversen anderen kreativen Disziplinen profitieren. Mit seiner exponierten, zentralen Lage fungiert der M28 als ein neues, lebendiges Zentrum für Hamburgs Kultur- und Kreativwirtschaft mit international wirkender Anziehungskraft.

Mit dem überzeugenden Konzept eines Virtual Reality Headquarters sicherte sich der Zusammenschluss von SpiceVR/Spherie mit den Start-ups Noys VR und VR-Nerds drei Böden im SpeicherMit dem überzeugenden Konzept eines Virtual Reality Headquarters sicherte sich der Zusammenschluss von SpiceVR/Spherie mit den Start-ups Noys VR und VR-Nerds drei Böden im Speicher

Erfolgsgeschichte

Spice VR und Spherie

Es ist unser Ziel, Hamburger Kreativschaffende in ihrer wirtschaftlichen Fortentwicklung bestmöglich zu begleiten: In der filmfabrique, dem Coworkingspace für Filmschaffende in unserem Entwicklungsobjekt Oberhafenquartier, wuchs seit 2014 mit SpiceVR eines der innovativsten Start-ups Hamburgs heran. Das Unternehmen produziert Virtual-Reality- sowie 360°-Filme und arbeitet mit dem Spinoff Spherie an der Entwicklung einer Drohne zur Produktion vollsphärischer 360°-Videos und 3D-Scans. Da die Raumbedarfe des schnell wachsenden Start-ups innerhalb weniger Jahre rasant zunahmen, ermunterten wir  SpiceVR/Spherie sich im Rahmen der damaligen Flächenausschreibung für Räume im Speicher M28 zu bewerben. Mit dem überzeugenden Konzept eines Virtual Reality Headquarters (VRHQ) sicherte sich der Zusammenschluss von  SpiceVR/Spherie mit den Start-ups Noys VR und VR-Nerds drei Böden im Speicher.

Andreas Raabe, Business Director bei SpiceVR, erzählt: „Da wir mit der Venture-Capital-Mentalität in den Vereinigten Staaten nicht mithalten können, war die Idee, dass wir uns gemeinsam unter einem Dach aufstellen, unser Know-how und unsere Kapazitäten teilen, um somit mehr Impact auf dem Virtual-Reality-Markt zu erzielen. Ich denke, dass das VRHQ perspektivisch eine Leuchtturmrolle einnehmen kann. Wir haben im Hause die direkte Anbindung an die HAW, den next media accelerator und noch weitere Akteure, die immer wieder Berührungspunkte mit dem Thema VR bieten. Diese Konstellation ist in Deutschland einzigartig und die Resonanz aus unserer Umgebung ist überwältigend.“

Cross Innovation Lab

Im Cross Innovation Lab gehen Kreativschaffende gemeinsam mit Nicht-Kreativunternehmen die Innovationsvorhaben der Betriebe an.
Indem bereits die initiale Phase des Innovationsprozesses für kreative Experten geöffnet wird, wird das klassische Auftraggeber-Auftragnehmer-Verhältnis ausgehebelt.
Am Ende der sechswöchigen interdisziplinären Zusammenarbeit steht ein konkretes Ergebnis in Form eines Konzepts oder Prototyps.
Im Cross Innovation Lab gehen Kreativschaffende gemeinsam mit Nicht-Kreativunternehmen die Innovationsvorhaben der Betriebe an.Im Cross Innovation Lab gehen Kreativschaffende gemeinsam mit Nicht-Kreativunternehmen die Innovationsvorhaben der Betriebe an.

Treiber für Open Innovation

Die Welt scheint sich von Tag zu Tag schneller zu drehen. Ohne Halt vor Branchengrenzen verschieben durch Globalisierung und Digitalisierung ausgelöste Disruptionen die ökonomischen Rahmenbedingungen ad infinitum. Die Vorhersagbarkeit gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Entwicklungen sinkt, während Zusammenhänge immer komplexer und undurchsichtiger werden. Langwierige Forschungs- und Entwicklungsverfahren reichen nicht länger aus, um Unternehmen wettbewerbsfähig zu halten. Stattdessen sind optimierte Prozesse und eine schnelle Umsetzung neuer Produkte oder Geschäftsmodelle gefragt – durch cross-sektorale Kollaboration in der Frühphase von Innovationsprozessen können häufig andere, schnellere und nicht selten bessere Lösungen gefunden werden.

„Wir müssen das Kreative mit dem Wissenschaftlichen zusammenbringen, wir müssen die Kreativwirtschaft mit Unternehmen zusammenbringen – diese Zusammenarbeit ist die Grundlage für die Innovationskraft aus dem Silicon Valley“

Egbert Rühl, Geschäftsführung Hamburg Kreativ Gesellschaft

Indem bereits die initiale Phase des Innovationsprozesses für kreative Experten geöffnet wird, wird das klassische Auftraggeber-Auftragnehmer-Verhältnis ausgehebelt.Indem bereits die initiale Phase des Innovationsprozesses für kreative Experten geöffnet wird, wird das klassische Auftraggeber-Auftragnehmer-Verhältnis ausgehebelt.

Als besonders fruchtbar erweist sich die interdisziplinäre Zusammenarbeit dann, wenn Kreativschaffende beteiligt und Unternehmen bereit sind, sich für Impulse von außen zu öffnen. Was als Open Innovation bezeichnet wird, erweist sich zunehmend als Erfolgsformel für neue und agile Innovationsverfahren. Auf der Suche nach Ideen für Produkte, Prozesse und Abläufe, lohnt der Blick über den eigenen Tellerrand hinweg in andere Geschäfts- und Arbeitsfelder. Die Kreativwirtschaft, mit ihren lösungsorientierten und flexiblen Arbeitskulturen, vermag es, unverbrauchte Blickwinkel zu öffnen: Kreative, die es gewohnt sind, in ihrer Arbeit tagtäglich Neues zu schaffen, können frische Lösungsansätze und Ideen aus einer ganz anderen Perspektive liefern.

„So wie ich es kennengelernt habe, ist es ein so offener Prozess auf Augenhöhe gewesen, dass wir zwangsläufig zu einem gemeinsamen, guten Ergebnis kommen mussten“

Tobias Boeing, Designer & Pool der Kreativen 2019

Der Cross Innovation Hub der Hamburg Kreativ Gesellschaft fördert mit diversen Formaten gezielt den Austausch sowie die Kollaboration zwischen der Kreativbranche und anderen Disziplinen bzw. Wirtschaftszweigen. Ziel ist die Aufdeckung, Demonstration und Nutzbarmachung der dem Kreativsektor und seinen Akteur/innen immanenten Innovationspotenziale. Oberste Prämisse: die Zusammenarbeit auf Augenhöhe.

Ein Beispiel dieser Projekte ist das Cross Innovation Lab. Seit 2018 kreieren wir mit dem Format regelmäßig einen Experimentierraum, in dem Mitarbeiter/innen aus Nicht-Kreativbetrieben auf eine kuratierte Auswahl hochspezialisierter Expert/innen aus unterschiedlichsten Disziplinen der Kreativbranche treffen. In interdisziplinären Teams gehen sie gemeinsam die Innovationsvorhaben und -bedarfe der Unternehmen an. Das Besondere: Indem wir bereits die initiale Phase des Innovationsprozesses für die kreativen Expert/innen öffnen, wird das klassischer Weise in diesen Konstellationen herrschende hierarchische Auftraggeber-Auftragnehmern-Verhältnis ausgehebelt. Darüber hinaus garantiert eine vertragliche Vereinbarung allen Parteien die gleichen Rechte an den gemeinsam entwickelten Ergebnissen. So schaffen wir die Basis für eine vertrauensvolle Arbeitskultur, die Räume für unbelastetes Denken frei von Hierarchien eröffnet.

Am Ende der sechswöchigen interdisziplinären Zusammenarbeit steht ein konkretes Ergebnis in Form eines Konzepts oder Prototyps.Am Ende der sechswöchigen interdisziplinären Zusammenarbeit steht ein konkretes Ergebnis in Form eines Konzepts oder Prototyps.

„Der straffe Rahmen des Programms challenged das Unternehmen und die Mitarbeiter, sich zu fokussieren und Themen voran zu bringen, die sonst vielleicht versanden im Alltagsgeschäft“

Matthias Schulz, Team Leader Digital Business Albis Plastic & Unternehmenspartner 2019

Wir leiten die Teams durch einen in Module gegliederten Innovationsprozess: Nach den von uns moderierten Kennenlern- und Matchingterminen, in denen die Kreativen basierend auf ihren Kompetenzen und Interessen zu den Unternehmen finden, begeben sich die interdisziplinären Teams in einen offenen Feldforschungs- und Ideationsprozess, in dem zunächst nichts verboten ist, außer Verbote: Keine Idee ist zu abwegig, kein Vorhaben zu kühn. Im Anschluss bestimmen die Unternehmen und Kreativschaffenden gemeinsam, welche Einfälle umsetzbar sind und welcher Herausforderung sie sich in den folgenden Wochen widmen wollen. Mittels regelmäßiger Feedbackschleifen wird kontrolliert, dass die Teams das Ziel nicht aus den Augen verlieren. Am Ende der Kollaboration steht ein konkretes Ergebnis in Form eines Prototyps, eines Prozess- oder Produktkonzeptes.

Der auf wenige Wochen komprimierte Zeitraum sowie von uns koordinierte und festgesetzte Arbeitsphasen bzw. Zwischentermine garantieren die Verbindlichkeit aller Akteur/innen, während der Einsatz verschiedener Kreativitäts-, Workshop- und Teambuildingmethoden die für den Prozess grundlegende partnerschaftliche und offene innere Einstellung erzeugt. Durch die Bereitstellung ansprechend und weiträumig gestalteter Kollaborationsflächen in zentraler Lage schaffen wir für die Teams eine Umgebung, die Kreativität anregt und einlädt hinderliche Denkbarrieren einzureißen – Bahn frei für Innovationen!

Erfolgsgeschichte

GEA Group

Im Cross Innovation Lab 2019 entwickelte das Industrieunternehmen GEA, Hersteller von Ventilen für Industrieanlagen, gemeinsam mit kreativen Sparringspartnern „Otto“, den Prototyp eines virtuellen Ventils. Otto zeigt Fachkräften anhand einer Augmented-Reality-Anwendung Wartungsbedarfe realer Ventile an und macht so die proaktive Instandhaltung der Bauteile zu einem Kinderspiel.

Durch die App werden drohende Anlagenausfälle frühzeitig erkannt und vermieden. Kiran Gill von der GEA Group berichtet: „Ich fand den ersten Moment, wo wir unseren Prototypen gesehen haben sehr beeindruckend und man war schon stolz darauf – was man in dieser kurzen Zeit schaffen kann im Lab, das war auf jeden Fall beeindruckend“

Music WorX

Der Music WorX Accelerator unterstützt Musik-Start-ups bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsidee.
Music WorX ist einer von drei Acceleratoren weltweit und der einzige in Deutschland, der sich explizit an Gründende aus der Musikwirtschaft wendet.
Beim Abschluss-Pitch präsentieren die Teilnehmenden ihre Geschäftsideen einem breiten Publikum.
Das schwedische Start-up GigsGuide belegte 2019 den zweiten Platz beim Pitch.
Der Music WorX Accelerator unterstützt Musik-Start-ups bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsidee.Der Music WorX Accelerator unterstützt Musik-Start-ups bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsidee.

Innovationskatalysator für die Musikindustrie

In Hamburg lässt sich eine im deutschlandweiten Vergleich überproportionale Ballung von Akteur/innen aus der Musikindustrie verzeichnen: Jeder zwanzigste Arbeitsplatz innerhalb der nationalen Musikwirtschaft ist hier angesiedelt.¹ Mit 917 der Musikindustrie zuzuordnenden Unternehmen und rund 4.300 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten² befindet sich die Hansestadt nach Berlin auf Platz zwei der Musikwirtschaftsstädte Deutschlands. Bei der Anzahl der Musiktouristen übertrifft Hamburg die Hauptstadt sogar.³

Die ansässige Musikbranche zeichnet sich durch einen außerordentlichen Facettenreichtum aus: International bedeutsame Branchengrößen wie Warner Music, die Stage Entertainment GmbH oder The Orchard bilden gemeinsam mit einer bunten Collage aus Indielabels, kleinen Musikverlagen, Plattenläden, Instrumentenbauern, Veranstaltungsorten, diversen Interessenvertretungen und privaten sowie öffentlichen Ausbildungseinrichtungen ein verzahntes Cluster.  Das Reeperbahn Festival zieht jeden Sommer zehntausende Fans an den Standort und verwandelt die Stadt durch die angegliederte Fachkonferenz in den Schauplatz eines der bedeutsamsten Branchentreffen Europas.

„Ebenso wie andere Branchen befindet sich auch die Musikindustrie vollständig im Transformationsprozess sämtlicher Geschäftszweige ins Digitale.“

Egbert Rühl, Geschäftsführer Hamburg Kreativ Gesellschaft

Angestoßen durch die umwälzenden Effekte des technologischen Fortschritts verändern sich Rahmen-, Produktions- und Vetriebsbedingungen der Kreativbranche unaufhörlich und mit ihnen auch die Interessen und Bedürfnisse der Produzierenden und Konsumierenden. Die Musikindustrie hat sich im Angesicht der durch die Digitalisierung hervorgerufenen Herausforderungen als für andere Teilmärkte beispielgebend reaktionsfreudig und wandlungsfähig gezeigt. Gleichermaßen gibt es aber auch innerhalb dieses Wirtschaftszweiges Akteure, die disruptive Verschiebungen und die damit verbundene Anpassungsprozesse vor existenzbedrohende Probleme stellen.

So bedrohlich das progressive Beben der Digitalisierung zuweilen wirken mag, birgt es auch Chancen, indem es den verkrusteten Asphalt des Marktes aufsprengt und fruchtbaren Nährboden für zeitgemäße und agile Geschäftsmodelle offen legt. Mit dem Music WorX Accelerator unterstützt die Hamburg Kreativ Gesellschaft gemeinsam mit der Behörde für Kultur und Medien seit 2014 innovative, auf die Musikwirtschaft bezogenen Ideen dabei, sich genau in diesen Räumen anzusiedeln und dort zu gedeihen: Das dreimonatige Programm fördert in komprimierter Form speziell jene Geschäftskonzepte, die die Bereiche Musik und Technologie auf markt- und zukunftsfähige Weise verbinden. Als Teil einer Entwicklungsstrategie zur Stärkung der städtischen Kreativwirtschaft ermöglicht der Accelerator der Branche den digitalen Wandel nicht nur passiv zu durchleben, sondern ihn auch aktiv zu gestalten.

„Ich finde der Music WorX Accelerator ist ein Standout Ding“

Stefan Karl, Gründer Ununu & Teilnehmer Music WorX 2019

Music WorX ist einer von drei Acceleratoren weltweit und der einzige in Deutschland, der sich explizit an Gründende aus der Musikwirtschaft wendet.Music WorX ist einer von drei Acceleratoren weltweit und der einzige in Deutschland, der sich explizit an Gründende aus der Musikwirtschaft wendet.

Music WorX ist einer von drei Acceleratoren weltweit und der einzige in Deutschland, der sich explizit an Gründende aus der Musikwirtschaft wendet. Damit ist Hamburg globaler Vorreiter in der Förderung technikbasierter Geschäftsmodelle für die Musikindustrie.

Das Programm wendet sich primär an Hamburger Start-ups, öffnet sich seit 2017 aber für Interessent/innen aus ganz Europa, die ihr Gründungsvorhaben in der Hansestadt realisieren möchten: 2019 durchliefen etwa Unternehmen aus Deutschland, Schweden, Dänemark und Frankreich den Accelerator. Dass die Teams ihren Lebens- und Geschäftsmittelpunkt während der Laufzeit nach Hamburg verlegen, begünstigt die langfristige Ansiedlung der Start-ups am Standort sowie den Aufbau nachhaltiger Beziehungen zu hier ansässigen Akteuren der Musikwirtschaft. Auf diese Weise wird die branchenspezifische Infrastruktur ausgebaut und die Positionierung der Stadt als Musikmetropole gezielt gestärkt. Mit Music Worx stellen wir sicher, dass die Stadt auch in Zukunft zentraler Dreh- und Angelpunkt der internationalen Musikindustrie bleibt.

„Der Accelerator hat uns so viele Türen in der Musikindustrie geöffnet und uns geholfen, ein besseres Verständnis für die Herausforderungen zu bekommen, vor denen die Livemusikindustrie steht sowie für unsere mögliche Rolle bei der Lösung einiger dieser Probleme.“

Francesco Cetraro, Gründer GigsGuide & Teilnehmer Music WorX 2019

Beim Abschluss-Pitch präsentieren die Teilnehmenden ihre Geschäftsideen einem breiten Publikum.Beim Abschluss-Pitch präsentieren die Teilnehmenden ihre Geschäftsideen einem breiten Publikum.

Was für Pflanzen Wasser, Sonne und Dünger ist, ist für Start-ups Wissen, Vernetzung und finanzielle Unterstützung: Zu Beginn des Programmes werden die jeweiligen Wissensbedarfe der einzelnen Start-ups eruiert. Auf Basis dieser Analyse kreieren wir für jedes Team ein individuell zugeschnittenes Programm, das die Gründenden mittels Experten-Mentoring, Workshops, Coachings und fachlicher Beratung auf inhaltlicher Ebene unterstützt.

Durch die gezielte Vernetzung mit Hamburger Branchenakteuren, kostenfreie Tickets zum Reeperbahn Festival und der zugehörigen, internationalen Konferenz sowie den das Programm abschließenden Pitch vor Fachjury, -publikum und -presse bauen wir Zugangsbarrieren zur Branche ab, stellen relevante Kontakte zu Branchenakteuren, Investoren und Business Angels her und helfen den Teilnehmenden in der Hamburger Musikindustrie Fuß zu fassen.

Des Weiteren erhalten die Teams in der dreimonatigen Acceleratorlaufzeit einen Zuschuss zu ihren Lebenshaltungskosten sowie weitere monetäre Mittel, um in die Weiterentwicklung der Modelle zu investieren. Darüber hinaus stellen wir den Teilnehmenden kostenfreie, flexibel nutzbare Arbeitsplätze in einem Coworking-Space zur Verfügung.

Auch nach Ende der Laufzeit stehen wir den Teams beratend zur Seite und helfen auf dem Weg in Anschlussförderungen. Da der Accelerator staatlich finanziert wird, treten die Unternehmen keine Anteile an uns ab.

Das schwedische Start-up GigsGuide belegte 2019 den zweiten Platz beim Pitch.Das schwedische Start-up GigsGuide belegte 2019 den zweiten Platz beim Pitch.

Erfolgsgeschichte

GigsGuide

Eines der 2019 am Music WorX Accelerator teilnehmenden Unternehmen war GigsGuide. Mit ihrem Konzept einer Online-Plattform, die Reisenden hilft, Musikveranstaltungen in der Nähe ihrer Destination zu finden, belegte das schwedische Start-up den zweiten Platz. Ein Gespräch über Hindernisse, Meilensteine und die Hamburger Musikbranche.

Gründungswillige sehen sich auf ihrem Weg mit diversen Hürden konfrontiert. Auf was für Probleme ist das GigsGuide-Team auf seiner Route – von der Ideenfindung bis hin zur Gründung – gestoßen?

Francesco: Das größte Problem ist der Zugang zur Finanzierung. Es gibt nicht allzu viele Investoren, die an  Projekten aus dem Musikbereich interessiert sind – insbesondere nicht, wenn diese sich in sehr frühen Stadien befinden. Und auch bei der Beantragung öffentlicher Fördermittel gibt es kaum Verständnis für die speziellen Bedingungen des Marktes, in dem Musik-Start-ups tätig sind.

Der Music WorX Accelerator greift genau an dieser Schwachstelle im Fördersystem. Aber: Wie seid ihr als ursprünglich in Malmö sitzendes Start-up überhaupt auf das Programm aufmerksam geworden?

F: Wir folgen einer Reihe von Twitter-Accounts aus Hamburg. Ich glaube, es war @hamburgontour, die damals über die laufende Bewerbungsphase des Accelerators getwittert haben.

Eure Bewerbung war erfolgreich: Mit dem Konzept einer Plattform, die Reisende unterstützt zu ihren Vorlieben passende Live-Events an ihrem Zielort zu finden, habt ihr das Auswahlgremium überzeugt. Welche Unterstützung habt ihr durch den Accelerator zwecks der Weiterentwicklung eures Geschäftsmodells erhalten?

F: Neben dem finanziellen Zuschuss für die Weiterentwicklung unseres Produkts erhielten wir auch die Möglichkeit, an vielen großartigen Workshops teilzunehmen. Diese haben uns geholfen, an unserer Vision und unserem Wertversprechen zu feilen und die Art und Weise, wie wir unsere Geschichte der Welt erzählen, zu verbessern. Das Wichtigste war jedoch der fantastische persönliche Kontakt zu führenden Akteuren der Musikindustrie, den wir durch die Teilnahme an diesem Programm herstellen konnten. Der Accelerator hat uns so viele Türen in der Musikindustrie geöffnet und uns geholfen, ein besseres Verständnis für die Herausforderungen zu bekommen, vor denen die Livemusikindustrie steht sowie für unsere mögliche Rolle bei der Lösung einiger dieser Probleme.

Wie baut ihr auf diesen Fortschritten auf?

F: Wir haben großartige Beziehungen in Hamburg geknüpft und arbeiten jetzt an dem Ausbau einer Reihe von Partnerschaften, für die wir dank Music WorX bereits den Grundstein legen konnten. In der Zwischenzeit wächst der Zugriff auf die GigsGuide-Homepage stetig. Wir erweitern und verbessern ständig den Service und fügen neue Funktionen zu unserer Website hinzu.

Ziel von Music WorX ist ja innovative Musik-Tech-Start-ups zu fördern, die dann im besten Fall in Hamburg bleiben bzw. ihren Firmensitz hier her verlagern. Empfindest du die Stadt als einen geeigneten Standort für die Entwicklung und Gründung musik-technischer Geschäftsmodelle?

F: Wir wussten das nicht, als wir uns für den Music WorX Accelerator bewarben, aber Hamburg ist ein äußerst relevantes Zentrum für die Medien- und Musikindustrie, nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Das führt dazu, dass wir in Hamburg ein viel umfassenderes Verständnis für das Problem, das wir zu lösen versuchen, sowie für unsere Lösung erfahren haben. Die Menschen hier haben uns wirklich willkommen geheißen und geben uns umfangreiches Feedback und Unterstützung. Die Stadt und ihr Ökosystem haben uns so sehr beeindruckt, dass wir aktiv nach Investoren und Finanzierungsmöglichkeiten suchen, um unsere gesamte Geschäftstätigkeit nach Hamburg zu verlagern.

Was für tolle Neuigkeiten. Viel Erfolg dabei und danke für das Gespräch, Francesco!

MEDIA LIFT

Der MEDIA LIFT Inkubator fördert innovative Geschäftsideen an der Schnittstelle von Content und Technologie.
Bei Pitches präsentierenden die Teilnehmenden ihre Fortschritte vor einer Fachjury und der Öffentlichkeit.
Workshops sowie Betreuungs- und Mentoringangebote unterstützen die Teams bei der (Weiter-)Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle.
Eines der MEDIA LIFT-Teams 2019 war BotTalk.
Der MEDIA LIFT Inkubator fördert innovative Geschäftsideen an der Schnittstelle von Content und Technologie.Der MEDIA LIFT Inkubator fördert innovative Geschäftsideen an der Schnittstelle von Content und Technologie.

Wegbereiter ins Medienökosystem

Hamburg zählt zu den bedeutendsten und traditionsreichsten Medienstandorten Europas: Prominente Verlagshäuser wie Gruner+Jahr, der Zeitverlag, Bauer Media, die Spiegel-Gruppe, Cornelsen oder Rowohlt prägen gemeinsam mit diversen Indiependent-Publishern einen facettenreichen Presse- und Buchmarkt. International relevante Werbe- und Kreativagenturen wie die Jung von Matt AG oder Kolle Rebbe haben ihre Haupt- oder eine Zweigniederlassung in der Hansestadt.  Dazu kommen diverse öffentlich-rechtliche und private Rundfunkunternehmen wie der NDR, Klassik Radio oder die Landesstudios der überregionale TV-Sender RTL, Sat1 und ZDF. Publikumsmagneten wie das seit 2011 jährlich stattfindenden OMR Festival und eine wachsende Anzahl an medienbezogenen Studien- und Ausbildungsgängen prägen das Image Hamburgs als Medienhauptstadt zusätzlich.

„Die momentan größte Herausforderung für den Medien- und Contentbereich ist, den digitalen Umbruch zu überstehen“

Andrey Esaulov, Gründer BotTalk & MEDIA LIFT-Teilnehmer 2019

Bei Pitches präsentierenden die Teilnehmenden ihre Fortschritte vor einer Fachjury und der Öffentlichkeit.Bei Pitches präsentierenden die Teilnehmenden ihre Fortschritte vor einer Fachjury und der Öffentlichkeit.

Der technologische Fortschritt transformiert die branchenspezifischen Rahmenbedingungen der Medienindustrie auf radikale Weise. Im Ringen um die Aufmerksamkeit der Konsumierenden – natürliche Existenzgrundlage aller Medienakteure – schwinden Branchen- und Teilmarktgrenzen zunehmend. Die sinkenden Absatzzahlen in den Bereichen von Print und linearem Rundfunkangebot ringen Medien-akteuren das Kunststück ab, ihre Inhalte auf immer neuen, techniklastigen Distributionskanälen zu platzieren. Dies erfordert angepasste Arbeits- und modifizierte Aufbereitungsweisen des Outputs. Gleichzeitig wird die Gewinnschöpfung immer mühseliger. Seit der flächenweiten Etablierung des mobilen Internets sind Verbraucher/innen gewohnt, Informationen an jedem Ort, zu jeder Zeit von allerlei Anbietern kostenfrei über diverse Ausgabegeräte zu erhalten. Während die Zahlungsbereitschaft für Musik- und Bewegtbildangebote in den letzten Jahren stieg, ist sie im journalistischen Bereich fortwährend gering. 

„Aus Partnerschaften zwischen Medienunter-nehmen und der Technologiebranche entsteht ein Ökosystem, das den Grundstein für ein erfolgreiches medien- und kreativwirtschaftliches Arbeiten in den kommenden Jahrzehnten legt.“

Nina Klaß, Leitung nextMedia.Hamburg

Dennoch: Die Verwerfungen im Mediensektor sollten weniger als Gefahr denn als günstige Gelegenheit für die Gründung neuer und die Expansion bestehender Unternehmenskonzepte begriffen werden. Hamburg präsentiert sich in dieser Hinsicht als zukunftsgewandter Standort, dessen Medienakteure eine besondere Kompetenz aufweisen, bestehende, oftmals traditionsreiche Geschäftsmodelle auf neue Kanäle auszuweiten und mit den digitalen Angeboten Einnahmen zu generieren. Diese Befähigung ziehen sie nicht zuletzt aus der räumlichen Nähe zu zahlreichen IT- und Digitalgiganten wie Google oder Facebook, die ihr Deutschlandgeschäft von der Hansestadt aus betreiben – Partnerschaften zwischen Medien- und Technologieakteuren ließen in den letzten Jahren ein fruchtbares, cross-sektorales Ökosystem entstehen, das die Basis für den Fortbestand und die Weiterentwicklung der Hamburger Medienbranche schafft.

„Hier ist die Branche so konzentriert wie kaum woanders. Wo gibt es sonst die Möglichkeit, vormittags ein Meeting mit dem SPIEGEL und nachmittags eins mit der ZEIT zu haben? In meinen Augen ist Hamburg der perfekte Standort zum Gründen!“

Andrey Esaulov, Gründer BotTalk & MEDIA LIFT-Teilnehmer 2019

Workshops sowie Betreuungs- und Mentoringangebote unterstützen die Teams bei der (Weiter-)Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle.Workshops sowie Betreuungs- und Mentoringangebote unterstützen die Teams bei der (Weiter-)Entwicklung ihrer Geschäftsmodelle.

nextMedia.Hamburg unterstützt die Branche bei der Bewältigung der Herausforderungen des digitalen Zeitalters und der Erschließung sich ergebender Chancen. Im Rahmen der Trägerschaftsübernahme durch die Kreativ Gesellschaft verschob sich der Fokus der Standortinitiative auf die Katalysation von Innovationen. 

Mit dem Inkubator MEDIA LIFT schufen wir, ausgehend von einem lokalen Mangel an Frühphasenförderung für medienbezogene Geschäftsmodelle, ein Instrument zur frühzeitigen Identifizierung inno-vativer, zukunftsfähiger Ideen, die den ansässigen Medien- und Digitalsektor gezielt bereichern und den lokalen Markt stärken. Die Mission hinter MEDIA LIFT: Die Erhaltung sowie der Ausbau von Hamburgs Spitzenposition als Kreativ- und Medienstandort – auch und gerade im Angesicht digitaler Disruptionen. 

„nextMedia.Hamburg versteht sich auch als Facilitator von neuartigen Innovationsprogrammen, die wir gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft entwickeln, um zukünftigen Herausforderungen vorbereitet begegnen zu können“

Nina Klaß, Leitung nextMedia.Hamburg

Der Inkubator unterstützt innovative, geschäftsfähige Ideen an der Schnittstelle zwischen Content und Technologie in der Vorgründungsphase. Dem Programm sind diverse, optionale Ideenfindungs- und Matchingformate vorgeschaltet.

Ohne, dass sie nach der Gründung Anteile an uns abgeben müssen, unterstützen wir während der fünfmonatigen Inkubatorlaufzeit bis zu fünf interdisziplinäre Teams bei der Fortentwicklung ihrer unternehmerischen Konzepte. Zu diesem Zweck erhalten sie bis zu 15.000 Euro nicht rückzahlungspflichtige monetäre Förderung und kostenfreie Arbeitsräume.

Ein individuell auf die Gruppenbedürfnisse zugeschnittenes Programm vermittelt ihnen durch professionelle Coachings, Mentorengespräche und Methodikschulungen die zur Gründung notwendigen Kompetenzen.

Die engmaschige Betreuung durch die nextMedia-Mitarbeiter/innen sowie die gezielte Vernetzung mit Akteuren der Medien- und Digitalbranche errichtet für die MEDIA LIFT-Absolvent/innen erste Brücken und ebnet den Weg ins Hamburger Medienökosystem. Angestrebte Destination des Inkubators ist die Anschlussförderung durch unsere Kooperationspartner, wie etwa dem next media accelerator, und die Gründung des Unternehmen.

Eines der MEDIA LIFT-Teams 2019 war BotTalk.Eines der MEDIA LIFT-Teams 2019 war BotTalk.

Erfolgsgeschichte

Media Lift 2019: BotTalk

Der MEDIA LIFT Inkubator von nextMedia.Hamburg fördert interdisziplinäre Teams mit innovativen Geschäftsideen an der Schnittstelle von Content und Technologie. Einer der Teilnehmer 2019 war Andrey Esaulov, Gründer von BotTalk. Ein Gespräch über gegenwärtige Herausforderungen der Medienbranche, das Inkubator-Programm und Hamburg als Gründungsort.

Andrey, mit eurem innovativen Geschäftskonzept qualifizierte sich das BotTalk-Team zur Teilnahme am MEDIA LIFT Ikubator. Aber: Was genau macht BotTalk?

Andrey: Die Plattform ermöglicht es, jegliche Art von geschriebenem Text in Audioform umzuwandeln - und zwar so, dass es natürlich klingt, also so nah wie möglich an den Klang der menschlichen Stimme kommt. Damit helfen wir den Publishern, Verlagen mit ihren Zeitungen und so weiter, dabei, Audioversionen von ihren Artikeln zu erstellen. Diese können sie dann zum Beispiel auf ihrer Website platzieren, damit man sich den Artikel anhören kann. Oder sie können Texte direkt in einen Podcast umwandeln – alles ganz ohne menschliche Arbeit.

Ihr hattet euren Sitz noch bis vor kurzem im Rheingebiet. Wie kam es dazu, dass ihr euch für ein Inkubator-Programm in Hamburg beworben habt?

A: Als wir noch in Köln saßen, hat uns ein Bekannter, den wir auf einem Hackathon der dpa in Hamburg kennengelernt haben, angeschrieben und auf den Inkubator aufmerksam gemacht.

Als ihr dann in Hamburg wart: Was hat euch bei MEDIA LIFT am meisten voran gebracht?

A: Das waren tatsächlich die Workshops, die sich um die Themen Produkt und Markt gedreht haben. Sprich: Wie gut ist unser Produkt aufgestellt? Für wen machen wir das? Am allermeisten gebracht hat uns der Workshop über die Produkt-Field-Methode - das hat die Kommunikationswege im Team geöffnet. Ich als Businessexperte und mein ITler - wir konnten plötzlich eine Sprache sprechen! Das war super. Was uns da auch deutlich in Erinnerung blieb, waren die Workshops rund ums Teambuilding. Die haben uns wirklich geholfen, die Frage zu beantworten, was uns wichtig und was unsere Vision ist.

Und wie ging es für euch nach dem Ende der MEDIA LIFT-Laufzeit weiter?

A: Wir haben das Programm ein wenig früher beendet: Wir sind schon im letzten Monat der Laufzeit auf den next media accelerator umgestiegen und haben den durchlaufen. In der Zeit konnten wir neue Kunden gewinnen und im November 2019 haben wir gegründet - hier in Hamburg. Seitdem arbeiten wir in Vollzeit an dem Projekt. Ich bin dafür nach Hamburg umgezogen. Gerade sitzen wir noch in der HafenCity beim nma. Wir dürfen da bleiben, solange wir noch nicht so groß sind.

Empfindest du Hamburg denn als geeigneten Standort, um medienbezogene Geschäftsmodelle weiterzuentwickeln und zu gründen?

A: Also die Tatsache, dass ich umgezogen bin, spricht ja wohl dafür, dass Hamburg in meinen Augen ein geeigneter Standort ist. Tatsächlich hatten wir die Möglichkeit, sehr viele Insights zu erhalten. Hier ist die Branche so konzentriert wie kaum woanders. Wo gibt es sonst noch die Möglichkeit, vormittags ein Meeting mit dem SPIEGEL und nachmittags eins mit der ZEIT zu haben? Relevant ist natürlich auch die Tatsache, dass Hamburg super nah an Berlin ist. In meinen Augen ist Hamburg der perfekte Standort zum Gründen!

Eine etwas übergeordnete Frage zuletzt, Andrey: Was ist deiner Meinung nach momentan die größte Herausforderung für die Medienbranche im Allgemeinen und für den Presse-Teilmarkt im Speziellen?

A: Die momentan sicherlich größte Herausforderung für den Medien- und Contentbereich ist, den digitalen Umbruch zu überstehen. Ich glaube es ist wichtig, sich auf Qualitätsjournalismus zu konzentrieren und nicht zu versuchen, ein bestimmtes Medium irgendwie am Leben zu halten und da die ganze Power reinzugeben. Ein Beispiel: Jahrelangen herrschte in den Verlagen ein Kampf zwischen Print und Digitalem. Das war von Anfang an ein verlorener Kampf. Und dann gab es die gleiche Geschichte bei der Debatte rund um „Desktop versus mobile Geräte“. Alle haben gesagt: „Auf den Telefonen ist zu wenig Platz für unser Banner oder unsere Werbung“. Aber auch das ist ein verlorener Kampf! Jeder ist dauernd unterwegs und jeder liest unterwegs. Die Verlage konzentrieren sich auf das Medium – aber sie müssen verstehen, dass das Bedürfnis nach Qualitätsjournalismus das Bedürfnis nach Informationen in konzentrierter Form ist, bei denen du weißt, dass die Fakten gecheckt wurden... dieses Bedürfnis wird bleiben!

Danke für das Gespräch, Andrey!

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