Der Cross Innovation Hub wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) co-finanziert.

23.3.2022

Beratung & Weiterbildung

Welche Chancen birgt Künstliche Intelligenz für Illustrator*innen?

Mentoring Session mit Benjamin Bertram (r.) und Uli Erdmann (l.)Mentoring Session mit Benjamin Bertram (r.) und Uli Erdmann (l.)

 

Der 33-Jährige Illustrator und Grafikdesigner Benjamin Bertram aus Hamburg widmet sich in der Creative Future Academy seit Oktober 2021 der Frage, welche Chancen Künstliche Intelligenz für Illustrator*innen birgt. Dabei begleitet ihn der KI-Experte Uli Erdmann mit Rat und Tat. 

 

Benjamin und Uli, warum nehmt ihr an der Creative Future Academy teil?

Benjamin: Es ist einfach wichtig, sich mit Digitalisierung auseinanderzusetzen. Würde ich analog arbeiten, wäre ich gar nicht konkurrenzfähig. Das analoge Arbeiten verbraucht einfach viel zu viel Zeit. In die Creative Future Academy bin ich mit zwei konkreten Fragen gekommen: Wie kann ich digitales und analoges Arbeiten besser miteinander verbinden? Und welche Chancen birgt Künstliche Intelligenz für mich als Illustrator?

Uli: Mir macht es Spaß, mein Wissen zu teilen. In der Academy bin ich der Spiegel für Benjamins Arbeit, helfe dabei, sein Geschäftsmodell einzuordnen, anzuspitzen und einen zweiten Blick beizusteuern. Der für mich spannendste Aspekt liegt in digitalen Mehrwerten gerade bei analogen Produkten. Wenn ich zum Beispiel Gemüse verkaufe, wann macht eine App dazu Sinn? Oder klebe ich einen QR-Code drauf? In der Kreativwirtschaft gibt es viele solcher Chancen. Wie digitalisiere ich eine Theateraufführung, mein Buch, meine Contentproduktion? Man sollte da am Ball bleiben.

 

 

Und woran genau arbeitet ihr?

Benjamin: Wir arbeiten zweigleisig. Einmal geht es um meine Arbeit im Jetzt und um Chancen im Morgen. Für letzteres Thema geht es zunächst darum zu verstehen, was durch KI auf Gestalter*innen zukommt. Da gibt es unglaublich viel Entwicklungspotenzial.

Welche Entwicklungspotenziale sind das?

Benjamin: Das ganze Thema ist relativ neu. Es gibt Bemühungen und viele kleine Entwicklungen – so richtig benutzen kann man KI als Illustrator*in aktuell aber noch nicht. Früher konnte sich allerdings auch niemand vorstellen, Bücher digital zu setzen. Die Computer waren schlecht und ineffizient. Heute kann sich keiner mehr vorstellen, analog zu setzen. Ähnlich ist es bei der KI. Meine Aufgabe in der Creative Future Academy ist es, zu verstehen, welche Tools es bereits gibt, damit praktische Projekte neu und anders umzusetzen und mein Wissen schließlich weiterzugeben. Ich möchte andere befähigen, mit diesen Tools zu arbeiten.

Wie könnten Illustrator*innen KI theoretisch nutzen?

Benjamin: Es werden aktuell Algorithmen entwickelt, die du mit Datensets trainieren kannst. Ein Algorithmus besteht aus zwei Bausteinen – einem Generator und einem Diskriminator. Du speist also zum Beispiel ganz viele Fotos von Hunden ein und der Generator erzeugt ein zufälliges Bilderrauschen. Der Diskriminator sagt dann: Das sieht aus wie ein Hund oder nicht. Je kleiner die Differenz ist, umso mehr sieht das Bilderrauschen aus wie ein Hund. Irgendwann sieht man den Unterschied nicht mehr und der Algorithmus erstellt einen künstlich generierten Hund. So können Bilder computergeneriert werden, die unfassbar echt aussehen. Das ist spannend, weil der Algorithmus Arbeit für mich übernehmen kann.

Das heißt, der Algorithmus kann auch deinen Stil übernehmen?

Benjamin: Genau, du kannst den Algorithmus mit deinen eigenen Bildern füttern, dann übernimmt er deinen Stil. Das wirft wiederum ganz andere Fragen auf, für die sensibilisiert werden muss. Aber erstmal ist es eine Riesenchance.

 

 

Wie hilft dir die Creative Future Academy?

Benjamin: Zum einen ist sie strategische Beratung und Spielwiese. Dafür ist das Mentoring super wichtig. Zum anderen schubst sie einen durch die Workshops und Vorträge in die richtige Richtung. Die Workshops finde ich sehr gut. Wir Designer*innen haben außerdem angefangen, uns zu vernetzen. Das ist super gut, ein Mini-Forum zu haben, um sich auszutauschen.

Bis Anfang April 2022 läuft die Bewerbungsphase für die zweite Runde der Academy. Wer sollte sich bewerben?

Uli: Ich sehe großes Potenzial für kleine Unternehmen mit 4-12 Leuten. Hier stecken manche so tief im Tagesgeschäft, dass sie kaum noch aus dem eigenen Teller hinausschauen können. Da hilft natürlich ein geschulter Blick von außen. Die Academy hilft zu fragen: Ist das noch zukunftssicher, was wir hier machen?

 

Vielen Dank für das Gespräch, Uli und Benjamin!

 

Über die Creative Future Academy

 

Die Creative Future Academy wird als Teil der Reaktion der Europäischen Union auf die COVID-19- Pandemie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) entwickelt, von der Freien und Hansestadt Hamburg (FHH) finanziert sowie im Rahmen des Hamburger Weiterbildungsbonus PLUS umgesetzt. Sie unterstützt Kreativschaffende bei der Digitalisierung ihrer Projekte und Geschäftsmodelle. Wir schätzen Vielfalt und begrüßen Bewerber*innen unabhängig von Geschlecht, Nationalität, ethnischer oder sozialer Herkunft, Religion, Alter und sexueller Orientierung.

Uli Erdmann

Digital Consultant

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