28.6.2019

Butter bei die Fische

Steuertipps für (Solo-)Selbstständige

Gerade für Selbstständige und Freiberufler/innen sind Steuern oft ein leidiges Thema. Steuerberater Lars Hofman klärt die wichtigsten Fragen.

Lars, was sind die wichtigsten Steuern für Selbstständige und Freiberufler/innen?

Die Einkommensteuer und die Umsatzsteuer betreffen jeden, der sich selbständig machen möchte. Selbst Kleinunternehmer/innen, die zunächst keine Umsatzsteuer in ihren Rechnungen ausweisen müssen, sollten bestimmte Grundregeln kennen. In bestimmten Fällen kann es sogar Sinn machen, auf die Kleinunternehmerregelung zu verzichten. Bei gewerblichen Tätigkeiten muss außerdem die Gewerbesteuer betrachtet werden.

Was ist darüber hinaus das wichtigste, das man als Selbstständige/r oder Freiberufler/in in Sachen Steuern wissen sollte?

Ordnung halten! Mir ist bewusst, dass es vielen schwer fällt, Energie für dieses Thema aufzubringen und viele „die Steuer“ gerne bis zum letzten Tag (oder darüber hinaus) aufschieben. Es nützt aber nichts, es gehört zur Selbständigkeit dazu wie das Zähneputzen zum ins Bett gehen. Wer diesen Lebensbereich gut strukturiert und in Ordnung hält, der ist besser vorbereitet für die Zusammenarbeit mit einem Steuerberater oder einer Steuerberaterin, für Diskussionen oder Konfrontationen mit dem Finanzamt und das Wichtigste: Es drohen weniger böse Überraschungen, z.B. in Form unerwartet hoher Steuernachzahlungen.

Wie berechne ich die zu zahlende Einkommensteuer?

Das lässt sich pauschal nicht beantworten, jeder Fall ist anders. Immerhin, die umfassende Antwort auf diese Frage hat der Gesetzgeber freundlicherweise einmal auf aktuell genau 100 Paragraphen runtergebrochen, im Einkommensteuergesetz.

Wann gilt der Steuerfreibetrag?

Der Grundfreibetrag für die Einkommensteuer steht jedem zu. Für 2019 beträgt er 9.168,00 Euro. Einkommen bis zu dieser Höhe ist einkommensteuerfrei. Hierdurch soll das sogenannte „Existenzminimum“ gesichert werden. In einer Stadt wie Hamburg lässt sich von 10.000 Euro aber wohl kaum mehr leben.

Was hat es mit der Umsatzsteuervoranmeldung auf sich?

Die Umsatzsteuer wird, anders als die Einkommensteuer, bei den meisten Unternehmern nicht erst nach Ablauf des Jahres berechnet. Je nach Größe müssen Selbständige die Umsatzsteuer monatlich oder vierteljährlich an das Finanzamt melden und abführen. Hierfür ist eine „Mini-Umsatzsteuererklärung“ einzureichen, die Umsatzsteuervoranmeldung.

Welche Vorteile habe ich von der Kleinunternehmerregelung?

Durch die Regelung können Selbständige mit geringen Einnahmen auf das Thema Umsatzsteuer weitestgehend verzichten. Aber wie gesagt, die Regelung ist nicht immer von Vorteil für den/die Unternehmer/in, denn Kleinunternehmer/innen können zum Beispiel keine Umsatzsteuer geltend machen. Das bedeutet, sie können sich keine Umsatzsteuer vom Finanzamt wiederholen.

Kannst du Online-Tools empfehlen mit denen ich meine Steuern verwalten kann? Ab wann lohnt sich ein/e Steuerberater/in?

Es gibt im Netz mittlerweile zahlreiche Tools im Bereich Steuern und Buchhaltung, die alle natürlich Großartiges versprechen („Buchhaltung in 5 Minuten erledigt“). Unsere Erfahrungen hiermit habe ich einmal auf meinem Blog, der Steuerwelle, im Artikel „Buchhaltung? Mach ich selber!“ zusammengefasst.

Und was den/die Steuerberater/in angeht, so würde ich sagen, die Frage ist nicht „ob“ sondern vielmehr „wie“. Ein/e gute/r Steuerberater/in kann einem im deutschen Paragraphendschungel nicht nur steuerlich, sondern auch wirtschaftlich und mit Erfahrung zur Seite stehen, sie/er macht das einfach täglich. Als Selbständige/r begeht man jedenfalls keinen Fehler, wenn man sich dieses Wissen einkauft. Ich empfehle aber, über die Form der Zusammenarbeit mit dem/der Steuerberater/in offen zu sprechen, sodass sich die individuell beste Lösung findet.

Lars Hofmann ist Steuerberater, Musiker und Blogger. In seiner Hamburger Kanzlei franzen | hofmann hat er sich auf die steuerliche Beratung für Selbständige & Freiberufler, Existenzgründer sowie kleine bis mittelgroße Unternehmen spezialisiert, die in den Branchen Musik- und Kreativwirtschaft sowie in der IT zu hause sind. Daneben ist er als Musiker tätig und informiert auf seinem Blog steuerwelle.de zum deutschen Steuerrecht regelmäßig über Aktuelles zum Thema Steuern und Buchhaltung.

Über Butter bei die Fische

In wöchentlichen Vorträgen geben Referent/innen aus der Praxis Auskunft zu Themen wie Künstlersozialkasse, Steuern, Angebotserstellung, Marketing und Akquise. Diese Grundlagen sollen den Einstieg in die Selbstständigkeit erleichtern und die fachliche Expertise um ein Wissen der ökonomischen Rahmenbedingungen in der Kreativwirtschaft erweitern. Die Vortragsreihe wird in jedem Semester in Kooperation mit Hamburger Hochschulen und privaten Kreativschulen angeboten – Teilnahmebestätigungen können ausgestellt werden.

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