8.7.2021

Sustainable Design Lab

Grün, belebt, nachhaltig: 4x Design für die Städte der Zukunft

Prototyping mit Anna IndriksonePrototyping mit Anna Indriksone

Wie können unsere Städte nachhaltiger werden? Diese Frage stellten sich 15 Designerinnen aus Hamburg, Riga (Lettland) und Mikkeli (Finnland) von März bis Juni 2021 im Sustainable Design Lab. COVID-19 zum Trotz arbeiteten die Designerinnen gemeinsam und unermüdlich über Grenzen hinweg an beeindruckenden Prototypen, die unsere Städte ein wenig besser machen wollen. Hier geben wir einen Überblick über die entwickelten Prototypen. 

 

Studio Klimaschoen

Wie sollen die Innenstädte der Zukunft aussehen? Monika Zabel, Designerin (Urban Pilgrims), Kuratorin und Advokatin für nachhaltige Lebensweisen, antwortet mit ihrer Installation „Studio Klimaschoen“. Was auf den ersten Blick wie eine Einzelhandelsfläche für Mode aussieht, ist weitaus mehr als das: Das Studio ist ein Experiment, das leerstehende Gebäude temporär mit Kunst und Kultur bespielen und so die Innenstädte lebendiger gestalten möchte. Die von Monika Zabel ausgestellten Stücke basieren auf natürlichen Materialien, sind sorgfältig kuratiert und waren zuvor auf internationalen Kunstausstellungen wie der Art Biennale Venedig 2019 und der Fashion Art Biennale Seoul 2018 und 2020 zu sehen. Die Designerin arbeitet in Hamburg und New York City.

Du findest das Thema kreative Zwischennutzung spannend? Dann schau dir unser neues Förderprogramm "Frei_Fläche: Raum für kreative Zwischennutzung" an. Es  richtet sich an Kreativschaffende, die auf der Suche nach günstigen Frei- und Experimentierflächen sind. Auch Vermieter*innen, die Leerstand vermeiden und das Quartier ihrer Immobilie beleben möchten, profitieren von der Förderung. 

The Green Team 

Klares Ziel der Designerinnen vom Greenteam: Mehr Grün für unsere Städte! Dazu entwickelten sie nicht nur eine, sondern gleich zwei Prototypen, die im öffentlichen Raum genutzt, für mehr Lebensqualität sorgen sollen. „Save the Rain“ ein beweglicher Pop-up-Garten mit integrierter Sitzbank, fängt Regenwasser auf und lässt sich zB. in Kombination mit Stellwänden denken. Mit dem „Flexigarden“, einem modularen Sitz- und Pflanz-System möchte das Team nachbarschaftliche Gemeinschaften stärken. Das Besondere: Der "Flexigarden" soll auf Parkflächen zum Einsatz kommen und so darauf aufmerksam machen, dass öffentlicher Raum anders und neu gedacht und genutzt werden kann. Parkfläche an Parkfläche soll so um Begegnung und Erholung ergänzt werden. Du möchtest mehr über die Designerinnen und ihre Arbeit erfahren? Folge Justine Plateau, Anja Cambria, Olga Vertjajeva, Inga Romberga und Luisa Wolf auf LinkedIn. 

Komorebi

"Wir wollten mit Sonnenlicht und Schatten spielen, um ein Gefühl von Grün zu schaffen, wo es normalerweise nicht vorhanden ist", erzählt das Team Komorebi bei der großen Abschlusspräsentation des Sustainable Design Labs, der Sustainable Design Night. Graue Tunnel, Betonpassagen, triste Stadtlandschaften – dem möchten Elisa Hillgen, Sara Mattila and Annika Salmi mit zwei Prototypen entgegenarbeiten. Das Team lässt sich dazu von der Natur inspirieren und arbeitet mit natürlich erzeugten Schatten, die für Menschen ansprechender sind als künstliches Licht. Dazu installieren sie schattenwerfende Elemente in weniger attraktiven urbanen Räumen wie Bahnhöfen oder betonierten Plätzen. 

Loophole

Anna Indriksone zeigt uns mit ihrem Projekt „Loophole“, zu Deutsch „Schlupfloch“, wie man Mobilität transformiert und neue Hierarchien im Stadtraum schaffen kann. "Menschen brauchen soziale Verbindungen, um zu gedeihen", argumentiert sie während der Sustainable Design Night und stellt mit ihrem Prototypen eine Möglichkeit vor, Raum dafür zu schaffen. „Loophole“ zieht durch seine geschwungene Form Blicke auf sich, und bringt Menschen zusammen, die selber entscheiden können wie sie die Mehrzweckinstallation nutzen. Als Bank? Bushaltestelle? Treffpunkt? Alles ist und soll möglich sein. Der Prototyp will vor allem eins: zum Hinsetzen und entspannen einladen. Am besten gemeinsam.

Über das Sustainable Design Lab

Mit dem Sustainable Design Lab haben wir 15 Designer*innen über einen Zeitraum von 3 Monaten dazu eingeladen, an Workshops und Vorträgen zum Thema nachhaltige Stadtentwicklung teilzunehmen und gemeinsam mit Talenten der Ostseeregion Prototypen auszuarbeiten. Warum das Ganze? 2015 haben sich die Vereinten Nationen zu 17 globalen Zielen für eine bessere Zukunft verpflichtet. Eins davon ist das Ziel mit der Nummer 11 und seine Botschaft ist eindeutig: Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig zu gestalten. Die Initiative Creative Ports hat mit dem Sustainable Design Lab ein Programm vorgestellt, das Kreativen der Ostseeregion die Möglichkeit gibt, diesem Ziel ein wenig näher zu kommen. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Kultur- und Kreativwirtschaft der Ostseeregion international zu vernetzen. Als Kooperationspartner*innen von Creative Ports haben wir das Programm gemeinsam mit dem Danish Cultural Institute in Riga und der South-Eastern Finland University of Applied Sciences (xamk) umgesetzt. 

Das Sustainable Design Lab ist ein kostenloses Weiterbildungs- und Vernetzungsangebot, das durch das Programm "Interreg Baltic Sea Region" der Europäischen Union finanziert wird.

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