24.4.2020

Coronakrise

2gather durch die Krise

Kleine Unternehmen und Freiberufler*innen werden durch die Corona-Pandemie auf die wirtschaftliche Überlebensprobe gestellt. 2gather.jetzt bietet Selbständigen einen digitalen Raum, um sich zu versammeln und gegenseitig zu supporten.

Die Coronapandemie reißt Wirtschafstakteur*innen global den finanziellen Boden unter den Füßen weg. Tiefer als Weltkonzerne stürzen Klein(st)unternehmen und Freiberufler*innen. Die aktuelle Lage verursacht bei ihnen keine Kratzer, sie bedroht ihre Existenz. Mit 2gather.jetzt haben Vanessa Janneck und Boris Arnold eine Online-Plattform geschaffen, die Selbständige unterstützt, wieder auf die Beine zu kommen. Strauchelnde und Gestürzte erhalten online Erste Hilfe in der Krise: Informationen zu Angeboten, Anlaufstellen und Ansprechpartner*innen. 

Ein solidarisches Netzwerk

Initiatorin Vanessa ist die Inhaberin des Concept Stores B-Lage in der Schanze und persönlich von der Pandemie betroffen: „Ich habe den Laden, den ich zumachen musste. Dazu habe ich den Onlineshop und ich mache freiberuflich PR, hauptsächlich für Events. Das ist auch weggefallen“ – übrig blieb der Webstore. Sie macht zwar online mehr Umsatz als vor der Krise, „aber es ist nicht vergleichbar mit dem, was sonst über den Laden reinkommen würde.“

Die Planungsunsicherheit belastet die Unternehmerin: „Das schwierigste an der Situation ist, mit diesem Zeitraum x kalkulieren zu müssen.“ Nicht zu wissen, wie es weitergeht, macht Angst. Nicht nur ihr. Was hilft, ist der Austausch mit anderen Betroffenen. Und mit Menschen, die mit Fachwissen beispringen. Genau dieser Gedanke steht hinter 2gather.jetzt: „Ich habe die Erfahrung gemacht: Wenn ich über die Themen offen spreche, die mir Angst machen… dann stellt sich oft heraus, dass es im Umfeld eine Person gibt, die helfen kann“, erzählt Vanessa. „Die Idee ist, ein Netzwerk zu schaffen – jeder kann uns Informationen zuspielen und wir informieren alle.“

„Wir haben gecheckt, dass wir was tun müssen“

Es ist den Umständen geschuldet, dass 2gather.jetzt nicht nur eine Haus- sondern auch eine Sturzgeburt war: An einem Samstagmorgen im März telefonierte Vanessa mit Boris, Freiberufler in digitaler Kommunikation. Um der Pandemie Einhalt zu gebieten, war die Regierung dabei, das öffentliche Leben einzuschränken: Veranstaltungen wurden untersagt, Kulturstätten dicht gemacht, Kontaktsperren verhängt: „Wir waren beide aufmerksam und haben früh gecheckt, dass wir jetzt was tun müssen.“ Am Montag nach dem Telefonat ging die Homepage online. Am gleichen Tag schloss Hamburg den Einzelhandel.

Offen für alle

2gather.jetzt richtet sich an Freiberufler*innen und Kleinunternehmen, die infolge von Corona in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten (sind): „Das Projekt ist offen für Selbständige aller Branchen. In ganz Deutschland, nicht nur für Hamburger.“ Auf der Website und dem Instagram-Kanal bündeln Vanessa und Boris Hilfsangebote, verlinken nützliche Artikel und weisen auf Initiativen hin: „Wir geben keine individuelle Beratung, sondern listen recherchierte Fakten auf.“ Hinweise sind willkommen: „Jegliche Projekte, Aktionen oder Plattformen, deren Mission es ist, andere bzw. sich gegenseitig zu unterstützen, promoten wir gerne.“

Menschen, die mit ihren Fähigkeiten unterstützen wollen, können sich bei 2gather.jetzt als Helfer*in eintragen oder ihr Fachwissen in einem Video oder Blogbeitrag teilen; Betroffene können in Mails ihre Probleme schildern: „Wir selbst haben natürlich keine Lösung. Aber wir können die Hilfesuchenden mit passenden Ansprechpartnern connecten. Oder wir sammeln sich häufende Fragen und schauen, dass wir einen Experten an Land ziehen, der uns unterstützt. Zum Beispiel haben viele gefragt, was man tun kann, um Mietzahlungen zu pausieren. Dazu hat uns ein Anwalt dann einen kleinen Blogtext geschrieben.“

Das Gute im Schlechten

Vanessa, Boris und ihre Helfer*innen betreiben die Plattformen ehrenamtlich neben ihren Jobs. Mit dem Projekte zeigt sich, wie stark der gesellschaftliche Zusammenhalt sein kann: „Ich finde es schön, dass alle zusammenrutschen“, sagt Vanessa. „Ich finde, Corona macht was ganz Besonderes mit der Gesellschaft.“ So angsteinflößend und bedrohlich die Lage sei, schärfe sie auch unsere Wahrnehmung dafür, „wie wichtig die kleinen Selbständigen für das Stadtbild sind – mit ihren Läden, Galerien, Cafés. Dieses Bewusstsein wird gerade richtig wach gerüttelt. Eben dadurch, dass das in Gefahr ist. Deswegen denke ich, dass man schon was Gutes aus der ganzen Geschichte ziehen kann.“

Solidarität über Umsatz

Seit dem 20sten April dürfen in Hamburg Einzelhandelsgeschäfte unter 800qm wieder öffnen. Vanessa hat sich entschieden, ihre Türen vorerst geschlossen zu halten – um ihre Kunden und natürlich auch sich selbst zu schütze. Der Laden sei zu klein, um den notwendigen Abstand einzuhalten. Solidarität geht über Umsatz. „Ich weiß, was an Schulden auf mich zukommt. Aber ich bin zuversichtlich, dass ich das alles stemmen werde. Ich kann mir vorstellen, dass es nach Corona für uns alle vielleicht noch besser läuft als vorher.“ Mit 2gather.jetzt zeigt sich schon jetzt: Wenn wir uns alle gegenseitig (auf-)helfen, muss keiner liegen bleiben.

Vanessa Janneck ist die Inhaberin von B-Lage - einem permanenten Pop-up-Store mitten im Hamburger Szeneviertel Sternschanze. Hier schafft die studierte Kommunikationswissenschaftlerin Raum für kreative Menschen und einzigartige Produkte: B-Lage bietet Kreativschaffenden die Möglichkeit, ihr Angebot zu präsentieren und Kund/innen ein stetig wechselndes Sortiment an Artikeln, die die Wohnung, den Kleiderschrank, das Leben bereichern. 

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